Mit dem Projekt „Musik ohne (soziale) Grenzen“ wollen wir musikalische Bildung für Kinder fördern, denen diese ohne Unterstützung nicht zur Verfügung steht. Vorbild ist dazu das vielbeachtete venezolanische Kulturprogramm „El Sistema“, dessen Gründer Jose Antonio Abreu sagte: „Wir wollen Kindern aus allen sozialen Schichten durch Musikunterricht zu toleranten und pflichtbewussten Menschen zu machen und ihnen den Weg zur klassischen Musik zu öffnen – zu einer Welt, die vorher nur der Elite zugänglich war.“ Die Musizier-Praxis der Kinder in diesem Programm regt nicht nur die Kreativität und Fantasie der Kunder an. Gerade die musikalische Praxis eignet sich besonders zur Schulung von Schlüsselqualifikationen wie Teamgeist, Zusammenarbeit und Kommunikationsfähigkeit. Dazu kommt die Förderung von Grob- und Feinmotorik, Bewegung und Koordinationsfähigkeit. Durch regelmäßige Schülerkonzerte erhalten die Schüler positive Rückmeldung und stärken ihr Selbstbewusstsein.

Wir arbeiten für das Projekt mit der Hochschule für Musik und Theater München zusammen, um aus dem Kreis der fortgeschrittenen Studierenden qualifizierte Instrumentallehrer zu engagieren. Das bietet auch für die Studierenden die wertvolle Chance, vor Abschluss ihres Studiums eigene Berufspraxis und Erfahrungen im Instrumentalunterricht zu sammeln.

Mit Unterstützung der Castringius-Stiftung und der Kulturstiftung der Stadtsparkasse München konnte im Oktober 2017 erfolgreich das Pilotprojekt eines subventionierten Klavierunterrichts für Kinder aus sozial benachteiligten Familien gestartet werden. Fünf Kinder der Grundschule Blumenau http://www.grundschule-blumenau.wg.vu/ in München starteten im Rahmen der Nachmittagsbetreuung der Schule mit ihrem Unterricht. Der Unterricht ist in Einzel- als auch in Gruppenunterricht gestaltet, wobei in der Gruppe die Schlüler selbst wieder ihr Erlerntes an die anderen Schlüer weitergeben. Im Juli 2018 traten die jungen Pianistinnen und Pianisten in ihrem ersten Konzert im Steinwayhaus München vor einem großen Publikum auf.

Aufgrund des Erfolgs des Projektes haben wir uns dazu entschlossen, das Projekt zu einem dauerhaften Angebot auszubauen. Aktuell bauen wir die Teilnehmeranzahl auf bis zu 40 Kinder und Jugendliche aus und besuchen Schulen und Ausbildungsstätten in München, um Kooperationspartner zu finden. Das Projekt richtet sich dabei an Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis neunzehn Jahren. Teilnehmer und Teilnehmerinnen kommen aus einem strukturell, sozial oder familiär benachteiligten Umfeld und haben zum Teil Migrationshintergrund.